Lebensweg führt ihn in die Heilige Stadt


@ Tobias Schreiner:

Pater Alfred Bell tritt als Prokurator und Postulator der Arnsteiner Patres neue Aufgaben in Rom an

LAHNSTEIN. Schon einmal war er für einige Jahre in Rom, der heiligen Stadt, der ewigen Stadt. Und er hat sich ein wenig verliebt in das römische Leben, die Lebensart in dieser Stadt, die so viel mehr Leichtigkeit ausstrahlt. Um so mehr freut er sich jetzt, dass er noch einmal zurückkehren darf: Pater Alfred Bell, der langjährige Direktor des Lahnsteiner Johannes-Gymnasiums, übernimmt auf Wunsch des Generalsuperiors der Gemeinschaft der Arnsteiner Patres, Pater Javier Alvarez-Ossorio, neue Aufgaben in Rom. “Für mich ist das eine sehr schöne Aufgabe und eine große Herausforderung, die ich sehr gerne annehme”, sagte er kurz vor seiner Abreise - mit einem Lächeln voller Vorfreude.

Am gestrigen Freitag hat Pater Bell das Flugzeug bestiegen, und schon heute richtet er sich ein in seinem neuen Zuhause, einem Haus der Ordensgemeinschaft, in dem Arnsteiner Patres aus sechs verschiedenen Nationen leben und das nur wenige Schritte vom Vatikan entfernt liegt. Und dort will er auch seine neue Aufgabe erfüllen: Er wird Prokurator und Postulator der Ordensgemeinschaft der Arnsteiner Patres. In diesen Aufgaben ist er für die Verbindungen des Ordens zum Heiligen Stuhl und für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse der Gemeinschaft zuständig.

Aus der Gemeinschaft der Arnsteiner Patres, die mit rund 2000 Mitgliedern in 35 Ländern wirken, sind bereits zwei Brüder selig gesprochen worden: Im Jahr 2005 Pater Eustachius van Lieshout, der in Brasilien lebte, und bereits 1995 Pater Damian de Veuster (1840-1889), der sich auf Hawaii 16 Jahre lang den Aussätzigen auf der Insel Molokai widmete, bis er selbst am Aussatz starb. Das Lahnsteiner Johannes-Gymnasium führt sein Lebenswerk bis heute mit Spendenaktionen fort.

Im nächsten Jahr, so ist zu erwarten, soll Pater Damian heilig gesprochen werden. “Alle Voraussetzungen sind erfüllt. Der Papst selbst wird die Heiligsprechung vornehmen”, weiß Pater Alfred Bell, dessen Aufgabe es sein wird, dieses feierliche Ereignis vorzubereiten.

Auch dies eine Aufgabe, auf die Bell sich sehr freut. “Wenn mit dem Abschied auch ein bisschen Wehmut verbunden ist”, gibt er zu, denn das Johannes-Gymnasium, die Lehrerkollegen, die Eltern und vor allem die Schüler, die er alle beim Namen nennen konnte, der Kontakt mit den jungen Menschen werden ihm fehlen. Und letztlich sind auch das Haus Damian, in dem er so viele Jahre lebte, und die Stadt Lahnstein ein Stück Heimat für den 65-Jährigen geworden. Am 31. Januar ist er als Schulleiter mit einer bewegenden Feier verabschiedet worden. Sein nächstes Ziel war eigentlich das Haus der Arnsteiner Patres in Werne bei Münster, wo er in der Seelsorge weiter tätig sein sollte - und dann kam doch alles ganz anders. Pater Alfred Bell lacht: “Ja, das kam eigentlich wie vom Himmel.”

Karin Kring

Pater Alfred Bell vor der Statue Johannes des Täufers in der Johanniskirche, die viele Jahre seine Wirkungsstätte war. Jetzt übernimmt er in Rom eine neue Aufgabe.

Rhein-Lahn-Zeitung – Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 04.10.2008, Seite 19.

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